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Geschichte/Chronik

Olbendorf und seine Geschichte

 

Im ungarischen Staatsarchiv wurde Olbendorf als "Castro Olber" (Schloß Olber) erstmalig 1272 urkundlich erwähnt. Dass hier einmal eine Burg oder ein befestigtes Schloss gewesen sein muss, geht aus der noch heute gebräuchlichen Benennung des südöstlich der Kirche liegenden Hügels als "Schlossriegel" hervor.

1289 wurde die Burganlage von Herzog Albrecht II. erobert. Somit ergibt sich, dass Olbendorf vor 1289 und nach 1291 bis 1468 den Grafen von Güssing gehörte. 1469 schenkte König Matthias Vorvinus "Alber oder Alberdorff" mit verschiedenen anderen Gemeinden dem Adeligen Andreas Baumkirchner. Von 1538 bis 1566 finden wir "Albyr oder Holbendorf" im Besitz von Longinus von Pukhamar oder Puchhaim, des Burgherren von Schlaining. Von 1566 bis zum Ende der Grundherrschaft waren die Batthyány die Grundherren von Olbendorf. Infolge des Feldzuges von 1605 brannte der Großteil des Dorfes ab.

Auch die zweite Pestepidemie verschonte das Dorf nicht. Die Revolutionsjahre 1848/49 gingen auch an Olbendorf nicht spurlos vorüber. Der Zehent wurde abgeschafft und die Grundfreiheit verfügt.

Der Ort gehörte bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Óbér verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland

Beide Weltkriege forderten große Opfer unter der Bevölkerung. Im April 1945 kamen erste russische Soldaten nach Olbendorf, viele Gebäude wurden zerstört bzw. schwer beschädigt. Nach dem Ende des Krieges begann der Wiederaufbau. Wichtige Straßen wurden asphaltiert, die Elektrifizierung wurde bis 1950 für das gesamte Gemeindegebiet abgeschlossen. In allen Ortsteilen wurde die Wasserleitung ausgebaut bzw. teilweise neu errichtet.

Im Gegensatz zu vielen anderen burgenländischen Gemeinden wuchs die Einwohnerzahl in den letzten 30 Jahren ständig an. Der hohe Anteil an Zweitwohnsitzen ist durch die große Anzahl von Pendlern bedingt, die zum Großteil in Wien arbeiten, sich aber in ihrer Heimatgemeinde ein Wohnhaus errichteten.

 
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